BDV

Vending-Verband baut Lobbyarbeit in Berlin aus

Anfang März hat der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) ein neues Büro in Berlin eröffnet und baut damit die Präsenz im politischen Umfeld der Hauptstadt aus.

VendingSpiegel, 13.03.2026 – Mit dem neuen Standort im Verbändehaus am Weidendamm in Berlin will der BDV den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern intensivieren und die Perspektive der Unternehmen der Vending-Branche noch stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen. Das Verbändehaus Handel – Dienstleistung –Tourismus wurde bewusst als Standort gewählt, um die Zusammenarbeit mit den dort ansässigen Verbänden wie dem Dehoga Bundesverband und dem Handelsverband Deutschland (HDE) zu intensivieren und die Nähe zum Deutschen Bundestag für den politischen Dialog zu nutzen.

Plattform in der Bundeshauptstadt

Zur Eröffnung begrüßte BDV-Geschäftsführer Aris Kaschefi Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen sowie aus Politik und Verbänden. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung einer sichtbaren Präsenz im politischen Berlin. „Mit dem Berliner Büro schaffen wir eine zusätzliche Plattform für den direkten Austausch mit Politik und Verbänden“, erklärte Kaschefi. Er betonte: „Unser Ziel ist es, die Stimme der Unternehmerinnen und Unternehmer der Vending-Branche stärker einzubringen und dazu beizutragen, dass regulatorische Rahmenbedingungen praxisnah und fair gestaltet werden.“ Gerade in Zeiten, in denen vielerorts über Bürokratieabbau und wirtschaftliche Impulse diskutiert werde, sei es wichtig, dass die Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis frühzeitig in politische Entscheidungsprozesse einfließen.

Die Vending-Branche bezeichnete Kaschefi in diesem Zusammenhang als „Seismographen für die wirtschaftliche Entwicklung“: Veränderungen im Konsumverhalten, steigende Kosten oder neue regulatorische Anforderungen seien in der Automatenwirtschaft häufig besonders früh spürbar.

Stimmen aus der Bundespolitik

Im Anschluss an die Eröffnung stand der inhaltliche Austausch mit politischen Gästen im Mittelpunkt. Björn Simon, MdB, bezeichnete die Vending-Wirtschaft als „eine Branche in Bewegung“ und verwies auf die zunehmende Vielfalt moderner Automatenkonzepte. Viele politische Themen – von Fragen der Kreislaufwirtschaft bis hin zu Infrastruktur und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – habe er bereits selbst begleitet und sehe deren unmittelbare Auswirkungen auf die Branche. Björn Simon hob die Bedeutung einer Vor-Ort-Repräsentanz hervor und beendete seinen Impulsvortrag mit der Beobachtung, dass Vending Menschen an den verschiedensten Orten zusammenführe.

Auch Bundestagsmitglied Hans Koller hob die Bedeutung von Automatenlösungen für die Nahversorgung hervor. Gerade in ländlichen Regionen, wie in seinem Wahlkreis Passau, könnten moderne Vending-Konzepte dazu beitragen, Lücken in der Nahversorgung zu schließen und wirtschaftliche Infrastruktur zu stärken. Als Unternehmer mit mittelständischem Hintergrund betonte Koller zudem die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Herausforderungen ansprechen

In einem weiteren Beitrag verwies BDV-Vorstandssprecher Dennis Reinhardt darauf, dass die Bedeutung der Branche in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt werde. „Automaten sind vielerorts Teil unseres Alltags – in Unternehmen, an öffentlichen Orten oder zunehmend auch als Baustein moderner Nahversorgung“, sagte er. Gleichzeitig stünden viele Betreiber vor steigenden Kosten, wachsender Bürokratie und zunehmendem wirtschaftlichem Druck.

Neben steigenden Energiepreisen und höheren Materialkosten beschäftigten viele Unternehmen insbesondere Dokumentationspflichten, zunehmende regulatorische Anforderungen sowie schrumpfende Margen. Reinhardt schloss seinen Vortrag mit dem Appell, Vending neu in den Blick zu nehmen: „Automaten sind kein Luxus, sondern wichtiger Teil der Infrastruktur“.

Branchenübergreifendes Engagement

Eine Grundlage der politischen Arbeit des BDV ist dem Verband zufolge die Expertise der Mitglieder. Zur Eröffnung Anfang März waren daher auch die Ausschusssprecher des Verbandes eingeladen. In den Fachausschüssen bündeln Branchenvertreter Erfahrungen aus der Praxis und bringen sie zu zentralen Themenfeldern in die Verbandsarbeit ein – unter anderem in Ausschüssen für „Markt & Wirtschaft“, „Lebensmittel & Recht“, „professionelle Kaffeekonzepte“ sowie „Technik & Nachhaltigkeit“.

Auch Vertreter angrenzender Branchen nahmen an der Veranstaltung teil. Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes, verwies auf die zunehmenden Schnittstellen zwischen Gastronomie und Automatenlösungen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Personalkosten könnten automatisierte Angebote ein wichtiger Baustein sein, um Effizienz zu steigern und gastronomische Strukturen wirtschaftlich zu stabilisieren. Schimke betonte, wie wichtig es sei, dass Unternehmer in der Politik gehört werden und welche Bedeutung dabei der Verbandsarbeit zukomme.

Blick voraus

In einer abschließenden Diskussionsrunde ging es zudem um aktuelle Entwicklungen bei Zahlungssystemen im Automatenbereich. Dabei bestand unter den Teilnehmern Einigkeit darüber, dass Unternehmen auch künftig flexibel entscheiden können sollten, welche Zahlungsformen – von Bargeld bis zu digitalen Lösungen – im jeweiligen Einsatzkontext sinnvoll sind.

Mit der neuen Berliner Präsenz will der BDV den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern künftig weiter intensivieren. „Verbandsarbeit bündelt die Erfahrungen aus der Praxis und bringt sie in politische Prozesse ein“, betonte Verbandsgeschäftsführer Kaschefi und ergänzte: „Mit unserer stärkeren Präsenz in Berlin wollen wir dazu beitragen, dass Regelungen auch in der Realität funktionieren.“

sn

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