VendingSpiegel, 23.01.2026 – Im vergangenen Oktober hat Venkie Shantaram die Position des CEO der Selecta Group angetreten (VendingSpiegel berichtete). Der Auftrag des erfahrenen Managers lautet, den Operator zurück in eine florierende Wachstumsphase zu führen. Wie er das erreichen will, erläuterte Shantaram Mitte Januar in einem Interview mit den Tageszeitungen des CH Media-Verlags. Demnach wird es drastische Veränderungen in der Struktur und den gesetzten Schwerpunkten von Selecta geben. 2026 bezeichnet der CEO im Interview als „wegweisendes Jahr für Selecta“.
Personalabbau und neuer Firmenstandort
Eine offensichtliche Veränderung gibt es am Firmenstandort. Denn dieser befindet sich bereits nicht mehr am angestammten Ort in Cham, sondern dort in einem kleineren Co-Working-Umfeld. In naher Zukunft werde Selecta diesen Firmenstandort – mit Ausnahme einzelner Angestellter – jedoch vollständig aufgeben und den Hauptsitz der Gruppe nach London verlegen, erläutert Venkie Shantaram gegenüber den Zeitungen von CH Media. Parallel will die Selecta Group die Zahl der eigenen Mitarbeiter in diesem Jahr weiter reduzieren: Von derzeit 6.000 auf bis zu 5.000 Mitarbeiter europaweit. Vor sechs Jahren zählte der Groß-Operator in allen 16 Märkten noch 10.000 Mitarbeiter.
Venkie Shantaram, seit Oktober 2025 CEO der Selecta Group, will den Groß-Operator in den kommenden Monaten drastisch umbauen und so zurück in die Erfolgsspur führen. Foto: SelectaAuch auf die Umsatzentwicklung geht der neue CEO im Interview ein. So sei der Umsatz gruppenweit von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 zuletzt weiter gesunken: Auf rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2025. Dennoch würden in der Zukunft Übernahmen in anderen Märkten – speziell in Deutschland – nicht ausgeschlossen. Hier hat Shantaram insbesondere familiengeführte Vending-Unternehmen im Blick, die keinen Nachfolger finden.
Auch die Preisstruktur will der CEO verändern. „Wir waren in der Vergangenheit schlicht zu teuer“, stellt Venkie Shantaram im Interview fest. Als Möglichkeit nennt er die Einführung einer dynamischen Preisgestaltung, bei der die Produktpreise über Telemetrie zu bestimmten Tageszeiten verändert werden. So könnten die Produktpreise tagsüber an das gängige Preisniveau im Convenience-Shop-Umfeld angepasst und dann erst zur Abend- und Nachtzeit angehoben werden.
Weniger Lieferanten, weniger Frischware
Für Aufregung innerhalb der Branche dürfte auch Shantarams Ankündigung sorgen, die Zahl der Lieferanten von 7.300 auf etwa 1.300 reduzieren zu wollen. Denn aktuell würde das Unternehmen 80 Prozent der Bruttomarge mit nur 19 Produkten erzielen. Aber auch die Aufnahme neuer Produktgruppen wie Tabak- oder Hygieneartikel stellt der CEO als mögliche Option in Aussicht.
Darüber hinaus soll das Verpflegungsangebot mit Frischeprodukten deutlich zurückgefahren werden. Die vor einigen Jahren eingeschlagene, damals neue Strategie sei wenig erfolgreich und „kostet uns bis heute viel Geld“, betont der CEO im Interview mit CH Media. Daher werde dieses Geschäftsfeld bei Selecta „an Bedeutung verlieren“, ergänzt er.
sn
