Mit der Installation von fünf Großwärmepumpen am Standort Waldenbuch modernisiert Ritter zugunsten des Klimas die Kälte- und Wärmeversorgung. Foto: Ritter (3)
Klimafreundlich kühlen und heizen
VendingSpiegel, 09.03.2026 – Im Rahmen der Science Based Targets Initative (SBTI) hat sich das Unternehmen Alfred Ritter verpflichtet, bis 2030 sämtliche Emissionen um 42 Prozent im Vergleich zu 2021 zu reduzieren und so das 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen zu erreichen. Diesem Ziel ist der Schokoladenhersteller mit der Umsetzung eines Teils der unternehmenseigenen energetischen Gesamtstrategie nun einen entscheidenden Schritt nähergekommen.
Abwärme nutzen
So wurden und werden auf dem Betriebsgelände im schwäbischen Waldenbuch fünf Großwärmepumpen installiert, wodurch die Wärmeversorgung nahezu vollständig auf ein besonders effizientes, CO2-sparendes System umgestellt wird. Zwei Wärmepumpen laufen bereits im Regelbetrieb, drei weitere kommen im Laufe des Jahres hinzu, teilt das Unternehmen mit.
Anders als die aus Privathaushalten bekannte Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei der die Umgebungsluft als Wärmequelle dient, nutzen die im Unternehmen installierten Wasser-Wasser-Großwärmepumpen die im Produktionsprozess entstehende Abwärme. Mit den fünf Wärmepumpen, die zusammen rund 12.000 Megawattstunden erzeugen, wird der Hersteller nach eigenen Angaben künftig rund 90 Prozent des Wärmebedarfs decken sowie etwa 25.000 Megawattstunden Gas jährlich ersetzen.
Die Umstellung auf Wärmepumpen ist Teil der energetischen Gesamtstrategie, mit der Ritter unter anderem die Wärme- und Kälteversorgung am Standort Waldenbuch modernisiert.
Umweltfreundliches Kältemittel im Einsatz
Zentraler Baustein für die Modernisierung der Wärme- und Kälteversorgung am Standort Waldenbuch war die Inbetriebnahme einer Hybrid-Kühlanlage. Diese ermöglicht nicht nur eine wasserarme Kühlung und reduziert den Trinkwasserverbrauch um rund 20.000 Kubikmeter pro Jahr, sondern schaffe auch die Voraussetzung für eine effiziente Abwärme-Rückgewinnung, berichtet Ritter.
Zur Kühlung wird bei den Wärmepumpen das Kältemittel Ammoniak genutzt, das mit einem Global Warming Potential-Wert (GWP) von null als besonders klimafreundlich gilt. Der GWP-Wert gibt an, wie stark ein Kältemittel zur Erderwärmung beiträgt, wenn es in die Atmosphäre gelangt.
Asmus Wolff, Geschäftsführer Supply Chain bei Ritter, betont: „Mit unserer modernen Wärme- und Kälteversorgung zeigen wir, dass die industrielle Transformation konkret und wirtschaftlich machbar ist.“
Energiekonzept als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet
Mit den fünf Wärmepumpen wird Ritter rund 90 Prozent der CO2-Emissionen in Scope 1 einsparen. Damit sei das Unternehmen in Scope 1 und Scope 2 nahezu klimaneutral und das ohne ausgleichende Klimazertifikate, berichtet der Hersteller weiter. Dafür wurde Ritter nun auch mit dem „Green-Tech BW Spotlight“ ausgezeichnet – ein vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördertes Projekt, das Unternehmen präsentiert, die grüne Technologien nutzen und anwenden. „Mit unserer modernen Wärme- und Kälteversorgung zeigen wir, dass die industrielle Transformation konkret und wirtschaftlich machbar ist“, betont Asmus Wolff, Geschäftsführer Supply Chain bei Ritter.
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